21.07.2025 | Grundschule Egenhausen: Ein starkes Fundament für die Zukunft – Gemeinderat beschließt einstimmig die Weiterentwicklung

Mit großer Einigkeit und unter Applaus wurde im Gemeinderat der Grundsatzbeschluss zur Weiterentwicklung der Grundschule Egenhausen gefasst. Der Weg dorthin war intensiv, engagiert und von vielen guten Ideen getragen – nun ist ein entscheidender Meilenstein erreicht.

Foto: bürohauser

Ein langer Planungsprozess mit Weitblick

Zu Beginn der Beratungen blickte Bürgermeister Sven Holder auf den bisherigen Verlauf zurück: Bereits Ende 2024 wurden die Architektenleistungen an das bürohauser vergeben, ebenso wie weitere Fachplanungen. In den darauffolgenden Sitzungen stellte das Planerteam dem Gremium regelmäßig die fortschreitenden Entwürfe vor – stets mit dem Ziel, eine moderne, funktionale und wirtschaftlich tragfähige Lösung für die Sanierung und Erweiterung der Schule zu entwickeln.

Foto: Gemeindeverwaltung

Die Entwurfsplanung präsentierte schließlich Architekt Nico Dürr vom bürohauser. Sie sieht vor, das 73 Jahre alte Bestandsgebäude mit einem Anbau zu ergänzen, in dem künftig ein Mehrzweckraum mit Mensa und kleiner Küche sowie die Ganztagesbetreuung untergebracht werden. Die bestehende Pausenhalle wird abgebrochen; stattdessen entsteht ein neuer Eingangsbereich mit Vordach. Im Altbau selbst sind sechs Klassenzimmer, zwei Lernräume und zwei Fachräume geplant. Die bisherige Lehrerwohnung wird zum kompakten Verwaltungsbereich umgebaut; das neue Lehrerzimmer soll im Anbau untergebracht werden.

Nachhaltig, funktional – und finanziell solide

Der Neubau ist in Massivbauweise mit verputzter Fassade geplant. Zur optischen Aufwertung sind einzelne Holzelemente vorgesehen, die Fenster sollen in Holz-Alu ausgeführt werden – wobei aus Kostengründen auch Kunststofffenster zur Diskussion stehen. Als Bodenbeläge sind Linoleum und Fliesen vorgesehen.

Foto: bürohauser

Elektrofachplaner Moritz Pientok stellte eine zunächst sehr reduzierte Grundausstattung vor: pro Klassenzimmer lediglich zwei Steckdosen und zwei RJ45-Doppelsteckdosen. Für rund 65.000 € brutto könnte ein Erweiterungspaket umgesetzt werden, das unter anderem zusätzliche Steckdosen, durchgehende Brüstungskanäle und Präsenzmelder umfasst. Auch eine funkgesteuerte Brandmeldeanlage ist aktuell vorgesehen – alternativ wird nun auch eine kabelgebundene Variante geprüft.

Positiv hervorzuheben ist die Kostenschätzung der aktuellen Planung: Mit 5.398.000 € liegt sie deutlich unter dem ursprünglichen Vorentwurf des früheren Architekten, der bei 5.724.000 € lag.

Förderungen und Varianten

Für den Neubau ist eine Förderung von 1.836.070 € für den Ausbau der Ganztagesbetreuung zugesichert. Für die Sanierung des Bestandsgebäudes standen drei Varianten zur Diskussion:

  • Variante 1: Mindestanforderung gemäß Gebäudeenergiegesetz
  • Variante 2: KfW-Standard 70
  • Variante 3: KfW-Standard 55

Die KfW-Varianten bringen zusätzliche Fördermöglichkeiten von 737.800 € (KfW 70) bzw. 843.200 € (KfW 55) mit sich. Zwar ist bei diesen Varianten ein Austausch der bestehenden Ölheizung gegen ein erneuerbares System notwendig, dafür entfallen aufwendige Dämmmaßnahmen am Dach – es genügt die Dämmung der Außenwände und der Bodenplatte.

Nach intensiver Abwägung entschied sich der Gemeinderat einstimmig für die energieeffizienteste Variante 3 (KfW 55), da diese für die Gemeinde am wirtschaftlichsten ist. Damit reduziert sich der Eigenanteil der Gemeinde auf 3.191.730 € – ein gutes Ergebnis für ein umfassendes Zukunftsprojekt.

Stimmen aus der Schule und dem Gremium

Schulleiter Andreas Schrade zeigte sich hochzufrieden: „Diese durchdachte, bodenständige Planung ist ein echter Gewinn – für unser Kollegium, für die Kinder und für unseren ganzen Ort. Unsere Grundschule ist schon heute ein attraktiver Lernort – mit diesem Projekt wird ihre Zukunft dauerhaft gesichert.“

Der Schulleiter brachte den Wunsch ein, die Mensaküche so auszugestalten, dass sie bei Gelegenheit auch für kleinere Unterrichtsaktivitäten oder Projekte nutzbar wäre. Zudem regte er an, die Zahl der Steckdosen pro Klassenzimmer im weiteren Planungsverlauf noch einmal zu prüfen, um dem schulischen Bedarf gerecht zu werden.

Auch aus der Mitte des Gremiums kamen konstruktive Anregungen: So wurde der Wunsch geäußert, eine Photovoltaikanlage nicht nur optional vorzusehen, sondern fest in die Planung aufzunehmen und im Zuge des Bauvorhabens direkt mit umzusetzen. Auch wurden Einsparmöglichkeiten diskutiert – etwa durch den Tausch der Holz-Alu-Fenster gegen Kunststofffenster oder durch den Verzicht auf Durchlauferhitzer in den Klassenzimmern. Einigkeit herrschte darüber, dass das Elektro-Upgrade trotz Mehrkosten als zukunftssichere Investition sehr sinnvoll sei. Die geplante Mensaküche soll in jedem Fall auch pädagogisch genutzt werden können – das wird in der weiteren Küchenplanung berücksichtigt.

Der nächste Schritt

Mit dem einstimmigen Grundsatzbeschluss und den Anregungen aus dem Gremium geht das Projekt nun in die nächste Phase. Die geplanten Maßnahmen werden in den kommenden Wochen weiter konkretisiert und mit belastbaren Kosten hinterlegt. Die endgültige Entscheidung des Gemeinderats ist für den September vorgesehen. In der Zwischenzeit kann das Baugesuch vorbereitet werden.

Auch für die Zwischenlösung während der Bauphase zeichnet sich eine gute Interimsunterbringung ab – einzelne Punkte befinden sich hier noch in der Klärung.

Zum Abschluss der Sitzung zeigten sich Bürgermeister Sven Holder, Schulleiter Andreas Schrade und das gesamte Gremium hochzufrieden. Die Freude und Erleichterung zugleich über diesen großen Schritt war spürbar – alle Beteiligten blicken nun mit Zuversicht, Tatendrang und Vorfreude auf die weitere Umsetzung.

Skyline Egenhausen